Was man an der Nordsee so machen kann | Teil 2 | Neuharlingersiel

Posted by on Sep 19, 2017 in Allgemein | No Comments
Was man an der Nordsee so machen kann  | Teil 2 | Neuharlingersiel

Nordseeluft schnuppern
und was man dort alles entdecken kann

Morgens in Neuharlingersiel

An der Nordsee bin ich gerne schon am frühen Morgen unterwegs. Somit habe ich genug Zeit, die Umgebung auf mich wirken zu lassen. Auf manchen Reisen, so muss ich mir eingestehen, nehme ich mir oftmals viel zu viel vor: Doch die eigene Entschleunigung bedarf manchmal nur einem einfachen Gehen und genießen. Ganz ohne Plan, ohne Hetzen, ganz ohne Termine. Wie oft nimmst du dir die Zeit, um einfach nur zu Gehen? Von einem Spaziergang in Neuharlingersiel.

Es gibt sicherlich so einiges mehr in Neuharlingersiel zu sehen und erleben. Jedoch zieht es mich am heutigen Morgen eher zu einem Spaziergang. Vom Hafen, bis hin zum Deich, hinunter zum Strand. Den Tag mit einem Spaziergang zu beginnen, ist für mich an diesem Ort eine Art Kur. In solchen Momenten spüre ich, dass ich gehe und genieße die Atmosphäre, die auf mich einwirkt.

„Während unser Körper in eine Richtung geht,
zieht unser Bewusstsein in die andere.“
Thich Nhat Hanh | Die Heilkraft der buddhistischen Psychologie

Wer kennt das nicht? Gehen, ohne dabei wirklich zu gehen. Genießen ohne wirklich zu genießen. Ich möchte mich davon frei machen. Es gelingt mir noch nicht, dies an dem Ort zu tun, an dem ich lebe. Ständig fallen mir Dinge ein, die noch gemacht werden müssen oder die ich noch machen wollte. „Dies muss ich noch erledigen, am Wochenende steht das und das an. Die Prüfungsunterlagen sind noch nicht fertig…“ Das ist glaube ich ganz Normal. Im Bestfall ist dies auch nicht unbedingt schlimm, es hindert mich allerdings dabei abzuschalten.

Doch hier kam nachdem Aufwachen direkt der Wunsch auf, mich einfach nur fallen zu lassen. Hier. Genau an diesem Ort. Spazieren zu gehen, einen Fuß vor den anderen auf den Boden zu setzen. Und während ich einfach nur gehe, spüre ich jede Unebenheit unter meinen Sohlen. Ich höre das Knirschen des Sandes auf dem Gehweg, sobald ich mit meinen Schuhen auf dem Boden aufkomme. Das Knacken eines Astes. Das ist gar nicht so langweilig wie es sich anhört. Eher hilft mir solch ein Spaziergang dabei, meine Kreativität einwenig zu ordnen und bekannte Geräusche, als auch haptische Wahrnehmungen, wieder aufs Neue zu entdecken. Dass ich einen Morgen erwischt habe, an dem fast keiner am Strand spazieren ist, bereitet mir Freude. Vielleicht liegt es am Nieselregen. Es ist auch einwenig frischer, als an den letzten Tagen.

Ich muss mich keinem Schritttempo meines Hinter- oder Vordermannes anpassen. Ich muss nicht Platz machen, damit jemand durchkommen kann. Was für ein schöner Umstand, den Tag zu beginnen! Die einen Joggen, die anderen fahren und ich gehe einfach gerne.

Natürlich ist Neuharlingersiel auch am Nachmittag ein schöner Ort, doch lässt sich kaum die Atmosphäre zur Mittagszeit, mit der am Morgen vergleichen.
Der Nebel hängt über dem Meer und über so manche Dächer. Es befinden sich kaum Autos an den Parkplätzen. Der Strand ist, bis auf ein paar Wattbegeisterte und den wenigen Spaziergängern, wie leergefegt. Die Aussichtsplattform am Meer ebenfalls unbesetzt. Und durch Ebbe und Flut ändert sich jedes Mal das Panorama.

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