Norwegen Travel

Gedanken aus Beitostølen

Einfach mal los fahren

Wie oft redest du dir Dinge aus, die du eigentlich machen möchtest? Es ist in der Tat gar nicht so schwer, rational sehr ausgefeilte Ausreden dafür zu finden, etwas nicht zu tun. Mal ist man zu müde, um irgendwohin zu gehen. Vielleicht sollte man doch lieber an etwas arbeiten oder zu Hause bleiben, vielleicht dies oder jenes. Ich kenne diese Ausreden zu gut. Sicherlich einer der Gründe, wieso ich heute am liebsten viele Dinge – sofern es der Tag zulässt – spontan entscheide. Ich habe für mich eingesehen, dass mir spontane Entscheidungen besser liegen. Ich treffe sie bestenfalls aus dem Bauch heraus und sollte ich doch an meiner Entscheidung zweifeln, überlege ich, wie oft mich mein Bauchgefühl davon überzeugen wollte, es doch zu tun. Deutet mein Bauchgefühl darauf mehrmals hin, so bin ich der festen Überzeugung, eigentlich bereits entschieden zu haben.

Die Sache mit Norwegen, war auch eine spontane Entscheidung und hing seit einer ganzen Weile in meinen Gedanken fest. Ich konsumierte Reportagen, Dokumentationen, Erfahrungsberichte. Fast die ganze Zeit über, tröstete ich mich damit hinweg, dass es noch genug zu erledigen gäbe und ich losfahren würden, sobald ich wieder mit mehr Zeit gesegnet wäre. Diese Suche nach dem richtigen Zeitpunkt ist im Prinzip nichts anderes als vergeudete Zeit, in der man seine vorhandene Zeit damit füllt, nach dem passenden Moment zu trachten (wann soll dieser Zeitpunkt denn kommen?!).

Ich sah es ein und nahm mir spontan Urlaub von meinem Alltag und fuhr keine paar Tage später, an einem verregneten Abend, nach Norwegen. Norwegen war somit eine spontane Entscheidung. Die Orte, die ich in Norwegen angepeilt hatte, ebenfalls – immer der Nase nach. Die einzige Voraussetzung war, rechtzeitig wieder in Deutschland anzukommen. Alles andere – wo ich in Norwegen sein würde und was ich da machen würde – unterlag dem Moment.

Und wieso auch nicht?

Auf diese Weise gelangte ich nach Beitostølen- einer Tundralandschaft ganz à la Schottland! Diese brache, kühle, steinige Vegetation. Ich weiß nicht, ob ich auf eine andere Art und Weise an diesem Ort angekommen wäre. Und falls wieder Fragen von euch aufkommen sollten, bezüglich dessen, ob Tundra Landschaften es Wert seien besucht zu werden: Absolut! Ihnen haftet eine ganz besondere Atmosphäre inne.

Ich liebe Tundra Lanschaften – nicht, dass ich jene mit deutlich mehr Vegetation nicht genauso sehr lieben würde, doch in der Tundra steckt etwas geheimnisvolles, etwas Ruhiges, dass die Gedanken anregt. Und genau an solchen Orten, fühle ich mich pudelwohl. Eine Spielwiese der Gedanken und eine Augenweide, der besonderen Art.

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2 Comments

  • Reply
    Alessandro
    10. Juni 2019 at 9:30

    Hallo Zana,
    mir gefallen deine Texte (besonders die von Norwegen) und deine grafischen Arbeiten sehr.
    Ich hatte überlegt eine Reise mit dem Auto von Hamburg Richtung Osten hoch zum Nordkap zu unternehmen. Du bist tatsächlich mit dem Auto losgefahren?
    Alessandro aus Köln

    • Reply
      Zana Mihajlovic
      11. Juni 2019 at 10:42

      Hallo Alessandro,

      Ich bin tatsächlich mit dem Wagen aus NRW losgefahren. Es hat sich wirklich gelohnt. Und danke für deinen Kommentar:)
      Wann geht es denn für dich nach Norwegen? Und fährst du in Etappen?

      Ganz liebe Grüße,
      Zana

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