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Ein regenreicher Tag in Flåm

»Macht es euch koselig«

Regnerische Tage hatten wir in Norwegen zuhauf. Sprühregen, Platzregen, leichten Regen, wechselnden Regen – ich könnte eine ganze Weile so weiter machen … Vor allem im Norden Europas kommt man schnell in den Vorzug, verschiedene Charakteristika des Regens kennenzulernen. Ein Unwetter prophezeiend – empfahl uns unsere Hüttenwirtin, es uns in der Hütte »koselig« zu machen. So macht man das hier am liebsten, erklärte sie. Norweger verbringen ihre grauen und verregneten Tage am liebsten in ihren gemütlichen Hütten und Häusern. Doch bis zum Unwetter – dachten wir – könnten wir ja wenigstens noch ein wenig rausfahren. Vielleicht würden wir sogar noch im Regen spazieren können. Ein Stirnrunzeln ihrerseits – dann machten wir uns auf den Weg.
»Warum Deutsche im Winter Norwegen aufsuchen, werden wir als Norweger nie verstehen …« Zitat einer älteren Norwegerin, die ich auf meiner Reise durch Spanien kennengelernt habe.

Es mag wohl die Romantik sein, mit der wir in der Vergangenheit aufgewachsen sind: Romantisch anmutende Naturgemälde von Caspar David Friedrich, die Gedichte von Eichendorff und die schönen Märchen der Gebrüder Grimm… Tau, Regen, Nebel und Einsamkeit – explizit Waldeinsamkeit. Die Vorstellungen, die diesen Begriffen innewohnen, scheinen – auf manche Menschen – einen großen Einfluss ausgeübt zu haben. Auf mich natürlich auch.

Unterwegs nach Flåm

Wir fuhren im mäßigen Tempo den Fjord hinab in Richtung Flåm. Die Fahrt dauerte keine zwanzig Minuten und da wir keine Vorräte mehr hatten, bot sich der kleine Ausflug grade zu an. Flåm war genau das, was man von einem touristischen Ort erwarten konnte – mit all seinen Klischees an Touristen und Souvenirs. Da sich das Wetter jedoch binnen kürzester Zeit immer mehr zu einem Sturm zusammenbraute, gaben auch wir unseren Spaziergang auf und begaben uns in ein Cafe.
(Ja, ja… Man sollte in Norwegen schon auf Norweger hören)

Für eine Tasse Kaffee zahlt man in Norwegen schon Mal einige Kronen mehr. Was viele Leute jedoch nicht wissen: In den meisten norwegischen Cafes, kann man sich für den Preis einer Tasse Kaffe, ausreichend Neuen nachschenken.

Kurz zuvor – ein Spaziergang am Fjord

Verregnete Landschaften haben etwas melancholisches an sich. Und dennoch: Sie mögen zwar trüb wirken – ja gar deprimierend – doch wohnt ihnen etwas geheimnisvolles inne. Orte, die sonst immer überlaufen sind, sind an verregneten Tagen menschenleer. Ich kann euch nur wärmstens empfehlen, an solchen Orten auch Mal bei Regen einen schönen Spaziergang wagen. Es ist erfrischend, atmosphärisch – außerdem stehen die Chancen gut, einfach Mal für sich allein zu sein.

»Seltsam im Nebel zu wandern…« (Hermann Hesse)

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