Schottland Travel

Clootie Well auf Black Isle

Meine Reisen durch Schottland sind für mich jedes Mal etwas Besonderes. Tatsächlich treffe ich unterwegs, immer wieder auf kuriose Situationen, Orte und Menschen.- Ist es nicht eben das, was eine Reise so unglaublich wertvoll und spannend macht? Ähnlich ging es mir mit diesem Ort, Clootie Well, gelegen in Munlochy.

Unsere Wirtin Edi in Inverness erzählte uns von dem Ort Clootie Well,- wir würden daran vorbeifahren, wenn wir nach Cromarty fahren wollten, versicherte sie uns. Auf einer Landstraße dann bemerkten wir während der Fahrt ein paar, an Bäumen befestigte Kleidungsstücke. Das musste dieser besagte Ort sein, dachten wir und verließen die Landstraße.

Knackende Äste unter meinen Schuhsohlen. Das Geräusch von wehenden Textilien im Wind.
Eine plätschernde Quelle. Keine Stimmen, nur unsere Schritte.

Je weiter wir uns von unserem Wagen entfernten, desto mehr und mehr Kleider umgaben uns. Und dann war da auch diese Quelle, die ich bereits von unserem Auto aus wahrgenommen hatte. Es war ein eigenartiges Gefühl sich hier aufzuhalten,- ich war aufgeregt, denn insgeheim suchte ich jedes Mal gerne nach solchen Plätzen.

Ein Brauch, welcher auf die Zeit der Kelten zurückführt
Wer hier ein Kleidungsstück in die heilige Quelle taucht und diese dann an einem Baum befestigt, soll von Krankheiten geheilt werden. Dieser Glaube lässt sich auf die Zeit der Kelten zurückführen, welcher tatsächlich auch die Christianisierung überdauert hatte. Ich erinnerte mich an das Gespräch mit Edi, welches wir kurz vorher geführt hatten, und war dankbar dafür, dass sie sich an diesem Morgen zu uns gesetzt hatte.

Schweigend liefen wir an den einzelnen Lumpen vorbei. Ich nahm mir Zeit, um die Szenerie auf mich wirken zu lassen. Kurz bevor wir diesen Ort verließen, tränkte ich noch ein Kleidungsstück in die Quelle und befestigte es an einem der Bäume. Mit dem Versprechen, dass ich demnächst noch einmal an diesem Ort einkehren würde.

You Might Also Like

No Comments

    Leave a Reply