Schottland Travel

Mit dem Mietwagen durch die schottischen Highlands

Die Luft ist eisig. Um uns herum liegen bereits einige Seen, unter einer dünnen Eisschicht begraben. Wir sind in den Highlands angekommen. Die Straße wird von Bergen umkreist, auf deren Gipfeln sich bereits unterschiedlich dicke Schneeschichten abgesetzt haben. Langsam fahren wir in Richtung Glencoe. Im Radio laufen The Smiths – ich kann die nächsten Tage kaum erwarten. Doch was gibt es auf einem spontanen Road Trip durch die Highlands im Winter zu beachten?

Wir hatten uns für diese Reise einen Mietwagen zugelegt. Die erste Nacht buchten wir allerdings bereits von Deutschland aus, um nach der Reise erst einmal anzukommen. Zudem wollten wir unbedingt wieder durch die Straßen Glasgows schlendern. Die folgenden Tage dann, reisten wir frei und planlos durch die schottischen Ortschaften. Unser erstes Ziel: Glencoe.
Glencoe ist wunderschön und eignet sich hervorragend zum Wandern, Fotografieren und als Startpunkt einer bevorstehenden Highlandtour. Wer nicht ganz auf den Gedanken abfährt, ständig on the Road zu sein, dem empfehle ich ein paar Tage Aufenthalt an diesem Ort. Von hier aus seid ihr schnell in u.a Glennfinnan, Fort William, Kinlochleven (…).
Mietwagen in Schottland: Ja oder nein?
Wenn ihr eine Tour durch die Highlands plant, dann definitiv JA. Somit reist ihr viel unabhängiger und habt die Möglichkeit eure Zeit für euch einzuplanen. Ihr plant einen Städtetrip? Dann nutzt in dem Fall besser die öffentlichen Verkehrsmittel.
Flexibilität ist das Stichwort
Ich bin auf Reisen gerne flexibel. Abgesehen davon entscheide ich auch gerne spontan während der Fahrt, ob ich Mal kurz am Straßenrand anhalte oder nicht. Dadurch habe ich alle Zeit der Welt, um die Gegend auf mich wirken zu lassen und um diese ggf. zu fotografieren. Auf Reisen halte mich ungern an Zeitpläne, deswegen kann ich auch nicht wirklich viel mit getimten Sightseeingtrips anfangen.


Gerade auch, wenn du dich an Orten wie Glencoe oder Kinlochleven befindest, kann es schon einmal von Vorteil sein, einen Wagen zu haben: Keine 30 Minuten Autofahrt von dort haben wir uns in Fort William mit Getränken und Essen verpflegt. Auf Dauer kann ein dauerhaftes Essengehen, ziemlich ins Geld gehen. Lokale Büdchen gibt es in den kleineren Ortschaften zwar schon, allerdings ist hier die Verpflegung etwas teurer und die Auswahl dementsprechend kleiner. Wir haben uns unser Mittagessen meistens im Morrison gekauft. Dort gab es täglich frische Salate, Säfte, Brötchen und warme Speisen zum Mitnehmen.
Auf Nachteile stießen wir natürlich, wenn wir in den Städten unterwegs Hier lohnt es sich, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. Gerade in Glasgow und Edinburgh sind Parkplätze oftmals sehr überteuert oder schwer zu finden. Anders ist es wiederum in Inverness: Dort kannst du stadtnah, teilweise kostengünstig bis kostenlos im Parkhaus oder am Straßenrand parken. Der Linksverkehr ist in Schottland natürlich auch noch so eine Sache, aber man gewöhnt sich recht schnell daran (:


Wagen vorab in Deutschland reservieren? Ja oder nein?
Definitiv JA. Wir waren vor einigen Jahren schon einmal in Schottland und haben vor Ort einen Wagen angemietet. Anders als vielleicht in Spanien, muss man hier vor Ort, mit deutlich höheren Kosten rechnen. Bis du dann “diese und jene” Versicherung abgeschlossen hast, um auch nicht für eventuelle Schäden aufkommen zu müssen, hast du ziemlich viel Zeit, Nerven und vor allem Geld in deinen Mietwagen gesteckt.
Da ich eine ADAC Mitgliedschaft habe, reservierten wir den Mietwagen bereits schon in Deutschland, direkt über den ADAC. Auch ohne Mitgliedschaft kannst du einen Wagen beim ADAC reservieren, erhältst jedoch keine Vergünstigung. Ihr könnt euch hier umschauen.
Der Vorteil an der ADAC Autovermietung ist, dass du hier einen Vollkaskoschutz ohne Selbstbehalt (SCDW, no excess) erhältst. Im Preis ist ebenfalls ein Zusatzfahrer enthalten, als auch ein Glas- und Reifenschutz. Die meisten Autoverleiher vor Ort bieten dir solch einen Vorteil nicht und wenn doch, kann es schnell dazu kommen, dass du neben dem Mietpreis noch einmal über hundert Euro für den Versicherungsschutz hinblättern darfst (ist uns auch schon einmal passiert). Zusätzlich zu dem, kommt dann noch einmal die Kaution von fast 2000 Euro oben drauf (die erhältst du zwar zurück, finde es dennoch besser diese zu umgehen). Wer durch die Highlands fährt, geht natürlich auch ein gewisses Risiko ein, den Wagen zu beschädigen: Nicht überall sind die Straßen einwandfrei. Vor allem in Richtung Isle of Skye befinden sich viele Einspurige Fahrbahnen, die jedoch von beiden Richtungen befahren werden. Zudem lassen sich oft auch Tiere auf der Fahrbahn antreffen.


Spontane Zimmersuche
Zimmer lassen sich immer gut finden (zumindest unserer Erfahrung nach). Probleme könnte es höchstens auf den Hebriden geben, da die meisten Gasthäuser und B&B’s eher saisonal geöffnet haben (Frühling & Sommer). Aber auch hier bleibst du nicht ohne Unterkunft. Mein Tipp: Schaut vorab in der Booking App nach, ob an dem Ort eurer Wahl, ein Zimmer frei ist. Ruft dort an oder fahrt einfach direkt hin, um vor Ort ein Zimmer zu reservieren. Ansonsten klopft an den Türen der Unterkünfte an. Das haben wir auch gemacht und kamen problemlos an Zimmer (dies gilt jedoch nicht für die Sommerzeit). Unterwegs nach beispielsweise Skye, fahrt ihr an unglaublich vielen Schlafmöglichkeiten vorbei. Der Vorteil, wenn ihr nicht über Booking bucht, liegt eindeutig im Preis: Du zahlst (im Normalfall) weitaus weniger als auf Booking angegeben.


Immer der Nase nach
Gewisse Vorteile hat diese Art des Reisens definitiv: Du bist ungebunden, kannst dich frei durch viele Orte bewegen und jeden Tag aufs Neue entscheiden, wo du nun sein möchtest. Immerhin hängt dir nicht der Druck im Nacken, zu einer bestimmten Uhrzeit ins Hotel zurückkehren zu müssen. Und sein wir mal ganz ehrlich: Wie oft hat man sich schon sagen hören „Da würde ich gerne hinfahren, ist aber zu weit von uns entfernt“. Auf Reisen mache ich ungern Kompromisse mit der Entfernung, deswegen reise ich gerne so. Ich meine: Wie oft hast du schon einmal die Chance nur 5 Stunden zu einem Ziel fahren zu müssen, das ansonsten tausende Kilometer von dir entfernt liegt? Man muss die Strecke ja nicht am Stück abfahren. Und zu dem erlebt man unterwegs die spannendsten Dinge!

You Might Also Like

No Comments

    Leave a Reply